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Anreise nach Spitzbergen

Es ist soweit. Wir starten zu unserer Expedition nach Franz Josef Land los. Die Anreise geht per Flugzeug nach Spitzbergen von wo wir dann mit dem Schiff MS Polaris nach Franz Josef Land weiterreisen wollen. Der Flug funktioniert planmäßig – aber leider geht auch, “fast planmäßig”, ein Gepäckstück verloren. Unser Eisbohrer, noch in letzter Minute von Gernot für uns gefertigt, kommt nicht in Longyearbyen an. Ein Abwarten ist nicht möglich, da bereits in wenigen Stunden das Schiff auslaufen wird. Wir müssen also auf den Bohrer verzichten. Eine kurze Besichtigung von Longyearbyen wird uns noch zugestanden und dann können wir um 17:00 an Bord der MS Polaris gehen. Dieses Schiff hat eigentlich eine Rundreise für betuchte Touristen von Spitzbergen nach Franz Josef Land und wieder zurück zum Ziel, wobei eine wesentliche Attraktion auch die Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis ist. Für uns ist diese Expedition die einzige Möglichkeit in diesem Sommer nach Franz Josef Land zu kommen. Also reihen wir uns ordnungsgemäß in die Warteschlage der “Arktiskreuzfahrer” ein.

MS Polaris

Vor unserer Abreise hatten wir noch eine massive Schrecksekunde gehabt. Der Expeditionsleiter von Poseidon Arctic Vojages, dem russischen Veranstalter dieser Reise, mit dem wir alle Abmachungen für unsere Feldmessungen auf einzelnen Inseln in Franz Josef Land getroffen hatten, war völlig überraschend verstorben. Sein Nachfolger wusste zwar dass da ein paar Wissenschaftler aus Österreich kommen würden, unsere Abmachungen waren ihm jedoch nicht bekannt. Erste Gespräche an Bord mit dem Expeditionsteam sind jedoch sehr positiv. Das Team um Expeditionsleiter Andreas Umbreit, einem altbekannten Spitzbergenkenner, ist sehr entgegenkommend und wir können den geplanten Messungen positiv entgegensehen. Leider sind jedoch die Eisverhältnisse nicht sehr günstig und ein anlaufen von Victoria Island und Kvittöya ist nicht möglich. Wir müssen daher die Reiseroute Richtung Süden legen, die Südspitze von Spitzbergen umrunden und können erst dann Richtung Franz Josef Land steuern.

Spitzbergen

Der schlechten Nachrichten noch nicht genug, musste das Schiff nach einigen Stunden auf Kurs entlang der Küste Spitzbergens kehrt machen und Barentsburg, die nächst gelegene Siedlung, ansteuern, da es den ersten und hoffentlich auch letzten Notfall an Bord gab. Ein Passagier bekam starke gesundheitliche Probleme, die am Schiff nicht in den Griff zu bekommen waren. Die Entscheidung umzukehren fiel den Verantwortlichen nicht leicht, da der große Zeitverlust die rechtzeitige Ankunft in der Kernzone der Sonnenfinsternis gefährdete. Aber natürlich geht die Gesundheit vor und mit einer Verspätung von ca. 10 Stunden nahmen wir endgültig Kurs zur Südspitze Spitzbergens.

Buckelwal taucht ab

Wolfgang Schöner und Christine Kroisleitner

29. Juli 2008, 13:01 Trackback-URL, RSS 2.0 für diesen Eintrag.

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