Land in Sicht! · Blog · Sparkling Science

Sparkling Science

BMWF

Pionierprojekt: SMARAGD-Blog

Land in Sicht!

Samstag 02. 08. abends: Endlich hat das warten auf dem Schiff ein Ende und wir haben die erste Eiskappe in Franz Josef Land vermessen.

Aber der Reihe nach:

Am Freitag drehte sich alles um die Sonnenfinsternis. Sehr beeindruckend – besonders weil dies die einzige Gelegenheit war unser Schiff für ca 2 Minuten bei „Nacht“ zu erleben. Und dann endlich, nach drei Tagen auf hoher See kam Franz Joseph Land in Sicht. Seither schippern wir zwischen von Eiskappen bedeckten Tafelbergen und beeindruckenden Gletschern deren eisblaue, schroffe Fronten ins Meer ragen. Allerdings schaffte die Crew es am Freitag nicht mehr eine anlandbare Stelle zu finden, da es noch recht hohen Seegang gab.

 

Aber heute war es dann soweit. Um 6 Uhr Früh brachte uns Andreas mit einem Zodiak auf die Kötlitzinsel – unseren ersten Arbeitsplatz – uns, das heißt Aleksey Sharov und Roland Wack vom Joanneum Research Graz und Wolfgang Schöner und mich (Christine Kroisleitner) von der ZAMG Wien.  Vor unserem Landgang mussten wir noch eine Erklärung unterschreiben, dass wir völlig eigenverantwortlich unterwegs waren und insbesondere dass wir nicht mit Sicherheit erwarten konnten dass uns das Schiff  wieder abholen kommt wenn z.B. die Meereislage oder das Wetter schlechter wird. Ein mulmiges Gefühl machte sich da bei uns breit, trotz strahlendem Sonnenschein, aber wenigstens wollte uns niemand in falscher Sicherheit wiegen. Ein großkalibriges Gewehr und eine Leuchtpistole waren unsere Eisbärenversicherung. – auch mulmig.

 

Nichts desto trotz bauten wir unsere Messgeräte, ein Bodenradar und ein differentielles GPS auf, und starteten auf die Eiskappe. Obwohl keine Spalten zu erwarten waren, verwendeten wir das Seil um das Restrisiko einfach möglichst klein zu halten. Für Eisbären müsste das ein bisschen nach running sushi ausgesehen haben, so aufgefädelt wie wir da an unserem Seil waren. Der Schnee war zwischen 20 und 50 cm tief und sehr nass was das Gehen mühsam machte. Bei herrlichem Sonnenschein entschädigte uns allerdings der Ausblick auf das Meer und die Inseln Franz Josef Lands. Wir überschritten die Wasserscheide der Eiskappe und wollten eigentlich auf der anderen Seite an die Küste gehen. Dieses Vorhaben brachen wir sicherheitshalber ab, da viel Meereis vor der Küste lag, und auf Meereis jagen die Eisbären.

So wanderten wir in einer großen Schleife wieder zurück zu unserem Landeplatz und hatten noch eine Stunde um die Gegend zu genießen, bis uns Andreas mit dem Zodiac wieder abholte.

Unsere Ankunft am Schiff wurde von jeder Menge Kameras dokumentiert und ab dem Zeitpunkt waren wir auf dem Schiff bekannt – als „unsere Glaziologen“.

 

Christine Kroisleitner

02. August 2008, 18:34 Trackback-URL, RSS 2.0 für diesen Eintrag.

Kommentar erstellen

Spam protection by WP Captcha-Free

Sparkling Science - ein Programm des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
Programmabwicklung: Österreichische Austauschdienst GmbH
Ebendorferstraße 7, A-1010 Wien · Tel.: 01/53408-430, Petra Siegele · Webmaster

Letzte Aktualisierung: · Bitte besuchen Sie Sparkling Science auch auf: