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Pionierprojekt: Schools on Ice-Blog

Schüler “spielen” mit GPS & Google Earth

Hier ein Bericht der Schüler der Wahlpflichtgruppe “Geographie”, BG Nonntal:

Wir schreiben das Datum 20.5.2008 als wir uns zur GPS Kartierung vor der Naturwissenschaftlichen Universität Salzburgs getroffen haben. Nach einer kurzen Begrüßung durch Gudrun gingen wir gleich in den Hörsaal, wo wir uns mit Google – Earth vertraut machten. Wir schauten uns einige Punkte/ Orte wie zum Beispiel den Dachstein an und lernten ihre Koordinaten zu lesen. Kurz darauf ging es endlich richtig zur Sache, wir durften uns nun mit den GPS Gerät anfreunden. Wir sicherten uns pro Gruppe eine Startkoordinate in der Nähe der Uni und speicherten sie in das Gerät. Danach machten wir uns auf den Weg zur Dachterrasse… (Gruppe 1)

Wie krieg ich die Koordinaten ins GPS?

Auf der Terrasse haben wir die Höhe gemessen. Dann sind wir auf den Uni-Vorplatz gegangen und haben noch eine Messung durchgeführt, um die Gebäudehöhe zu bestimmen. Anschließend haben wir uns in drei Gruppen geteilt. Wir von der Gruppe 2 machten uns auf den Weg zu unserem Ziel, der Kapelle. Währenddessen haben wir 3 Messpunkte festgesetzt, die wir für eine genaue Wegeinzeichnung im Google Earth Programm brauchten. Von der Uni bis zur Kapelle legten wir ca. 1 km zu Fuß zurück. (Gruppe 2)

Wieder im Hörsaal… Mit einem USB – Kabel haben wir die zuvor eingeholten Daten der so genannten „Tracks“ und „Waypoints“ auf den Computer geladen. Anhand des Google – Earth Programms konnten wir unsere markierten Punkte genau bestimmen und nachvollziehen. Die Möglichkeiten der beiden Programme hat uns beeindruckt und die Informationen waren leicht ablesbar. Es war interessant zu sehen, dass das GPS – Gerät die gesamte, zurückgelegte Route am Computer wiedergeben kann. Wir bemerkten, dass nicht nur das Arbeiten mit den neuesten Technologien sinnvoll ist, sondern auch eine lustige Spielerei ist. (Gruppe 3)

Sonntag, 18.05.2008, 9. Tag

Da das Wetter heute morgen immer noch schlecht ist, beginnen wir den Sonntag gemütlich mit einem etwas ausgedehnteren Frühstück und beschliessen, für einen weiteren Feldtag auf besseres Wetter zu warten. Wir haben den Großteil der geplanten Messungen erfolgreich erledigt und haben für den Rest noch fast zwei Wochen Zeit, es besteht also kein Grund zur Eile, ausserdem gibt auch hier genug zu tun. Erst einmal durchforsten wir die Bibliothek der Station nach glaziologischem und sonstigem interessanten Material. Am frühen Nachmittag wird das Wetter etwas besser und so machen sich Marc und Daniel auf die Suche nach einem Blockgletscher, während die anderen die Zeit für eine Schitour auf den Zackenberg nutzen, Wäsche waschen usw.. Gegen Abend wird die Sicht wieder schlechter und es beginnt neuerlich zu schneien. Da wir morgen die Messungen am Freya-Gletscher beenden wollen, hoffen wir sehr auf einen sonnigen Montag, zumal wir ja auch die Panoramafotos vom Gipfel endlich machen wollen.

AGRT ‘Zackenberg 2008′

Samstag, 17.05.2008, 8. Tag

             
Heute ist das Wetter schlecht. Einmal mehr lernen wir die Verfügbarkeit einer guten Wetterprognose zu schätzen, denn hätten wir diesen Schlechtwettereinbruch erwartet, hätten wir die letzten beiden Schönwettertage nicht in der Station verbracht! Es ist heute kälter als sonst (am Gletscher bis zu -12°), der Wind bläst lebhaft und leichter Schneefall trübt die ohnehin schon schlechte Sicht noch mehr. Wir beschließen, trotzdem das Material für die Eisdickenmessung auf den Gletscher zu transportieren, um vor Ort zu entscheiden, ob wir bereits heute mit den Messungen beginnen können. Für den Materialtransport können wir uns einen weiteren Transportschlitten zum Anhängen an einen Skidoo von der immer hilfsbereiten und unkomplizierten Zackenberg-Crew (Jörgen und Charlotte) ausleihen. Neben dem in Einzelteile zerlegten Cryosledge fallen noch diverese Koffer und andere Materialien für die Eisdickenmessung und ein Zelt, Schlafsäcke und Isomatten für unsere Fotonacht am Gipfel an. Wegen des vollgeräumten Anhängers geht es wesentlich langsamer als sonst über den Tyrolerfjord.
Am Eingang zu dem süd-östlich verlaufenden Skilledal-Seitental, das den Freya-Gletscher beherbergt, wechseln wir auf den bereits dort vorhandenen Anhänger, der wesentlich geländetauglicher ist. Weil wir heute sehr viel zu transportieren haben, werden es insgesamt zwei Fahrten mit den zwei Skidoos werden, bis das ganze Material im oberen Teil des Gletschers ist. Von den andauernden Schneefällen ist bereits eine 20-30cm dicke Neuschneedecke vorhanden. Für jeden Wintersportler ist dieser Schnee, aufgrund seiner kalten, flockigen Konsistenz, ein wahrer Tiefschneetraum. Für uns Skidoofahrer bedeutet er Vollgas und hoffen, daß man die diversen steilen Teilpassagen schafft.
Nach über einer Woche ‘Skidoo-Training im freien Gelände’ und dementsprechender verbesserter Fahrtechnik erreichen wir alle ohne Probleme den oberen Bereich, das Nährgebiet (Akkumulationsgebiet), des Freya-Gletschers. Aufgrund der zu erwartenden maximalen Eisdicke in diesem Gletscherabschnitt fiel die Entscheidung auf ein Testprofil in diesem Gebiet. Wir entschließen uns trotz widriger Wetterumstände Testmessungen durchzuführen, um die Aufnahmeparameter für die GPR-Eisdickenmessung zu bestimmen.
Die GPR-Eisdickenmessung läuft im Prinzip wie die GPR-Akkumulationsmessung. Zwei Leute befinden sich am Skidoo, wobei einer das Messgerät bedient und der andere den Skidoo lenkt. Der dritte im Bunde wird mit der am Cryosledge montierten GPR-Antenne hinterhergezogen, und sorgt dafür, daß dieser die Spur hält. Die Neuschneedecke und die schlechte Sicht bereiten einige Probleme, trotz allem können wir die Testmessungen erfolgreich beenden. Durchgefroren und nicht mehr spürbaren Zehen erreichen wir schließlich gegen acht am Abend herbeigesehnte Unterkunft. Die erste Durchsicht der aufgenommenen Testdaten ergibt für das Testprofil eine maximale Eisdicke von etwa 190m.
Dank Jakob und Marc gibt es als Abendessen eine äußerst gelungene Pizza und als Nachtisch sogar noch einen selbstgebackenen Kuchen. Nach dem Abendessen ist es dann soweit, endlich wird die Sauna einweiht! Eine Sauna nach einem Schlechtwettermesstag ist natürlich ‘a Wahnsinn’. Drei Saunagänge später schaffen wir es alle gerade noch ins Bett. Das ‘Schäfchen zählen’ wird heute ausgelassen, um gleich tief ins Land der Träume einzutauchen.
                                      
AGRT ‘Zackenberg 2008′
 

Donnerstag und Freitag, 15. und 16.05.2008, 6.u 7. Tag

Den Donnerstag und Freitag verbringen wir mit der Aufarbeitung der bereits gesammelten Daten und mit Vorbereitungstätigkeiten für die GPR-Eisdickenmessung.
Der Schlitten zum Fixieren der GPR-Antennen für die Eisdickenmessungen (‘Cryosledge’) ist wesentlich größer (~3x6m) als der, der für die Akkumulationsmessungen verwendet wird. Der Grund für die Größe des Cryosledges sind die wesentlich größeren Ausmaße der verwendeten GPR-Antennen für die Bestimmung von Eisdicken, sie sind bis zu 5m lang. Wir bauen den Schlitten das erste mal zusammen und testen im ebenen Gelände neben der Station, ob und wie wir ihn am besten mit dem Skidoo über den Gletscher ziehen können. Auch beim Cryosledge muß sich eine Person mit Schiern am Schlitten anhängen, um ihn bei Schrägfahrten in der Spur zu halten und vor allem, um ihn bei Talfahrten zu bremsen. Bei steileren Hängen kann das Bremsen mittels “Pflugfahren” ganz schön in die Oberschenkel gehen! Um für unserer Fotoshooting am Berggipfel zu üben, wollen wir zuerst ein Sonnenstandspanoramafoto in der Station machen. Das heisst, genau jede Stunde ein Foto von einem fixierten Stativ in die Sonne machen. Das Wetter hält die ganze Nacht, einer von uns (der nicht namentlich genannt werden möchte…) verpennt jedoch den 6 Uhr Termin und muss deshalb am Foto die Sonne ersetzen. Am Foto erkennt man, dass die Sonne hier unten im Tal in der Nacht manchmal hinter den Berggipfeln verschwindet.


Vom unserem Berg aus gesehen ist die Sonne jedoch die ganze Nacht hindurch sichtbar. Am Freitag abend ist es in der Sonne schon so angenehm warm, dass wir zum ersten Mal auf der Terasse essen können. An den umgebenden Berggipfeln merkt man jeden Tag, wie die Sonne höher am Horizont steht.
AGRT ‘Zackenberg 2008′

Mittwoch, 14.05.2008, 5.Tag

                                      
                                         
Auf der heutigen Fahrt über den Tyrolerfjord entdecken wir nicht weit entfernt von unserer Skidoo-Spur zwei schwarze Punkte am Eis. Aus der Ferne erkennen wir zwei Robben, die neben einem kleinen Wasserloch im Schnee liegen und sich sonnen. Sie bleiben liegen, als wir näherkommen, erst als wir ihnen bedrohlich nahe kommen, flüchten sie sich ins Wasser und verschwinden. Robben müssen immer wieder zum Atmen an die Wasseroberfläche auftauchen, und so müssen sie sich ihre Atemlöcher durch andauernde Benutzung über den arktischen Winter hin offenhalten. Eisbären wissen, dass diese Tiere zum Atmen an die Oberfläche müssen und warten daher oft genau an diesen kleinen Wasserlöchern auf Beute. Da wir hier etwa 30 Kilometer von der Meeresküste entfernt sind, werden Eisbären in der Umgebung von Zackenberg jedoch selten gesichtet.
Mit repariertem GPR-Schlitten werden heute bei traumhaften Bedingungen die Akkumulations- und Schneechemiemessungen am Freya-Gletscher beendet, somit ist dank des guten Wetters der erste Teil der glaziologischen Messungen am Gletscher beendet. Wir haben nun insgesamt 4 Schneeschächte gegraben und ein dichtes Netz an Radarmessungen über den Gletscher gelegt (siehe Foto). Als verdiente Belohnung nutzen Jakob, Gernot und Bernhard das ideale Wetter und die tiefstehende Sonne in den späten Abendstunden für eine kleine Schitour auf einen nahegelegenen Gipfel.
Die Rundumsicht auf dem etwas über 1200 m hohen Eisgipfel ist atemberaubend! Es ist nun 22 Uhr und die Sonne steht noch immer über dem Horizont. Das bringt uns auf die Idee, wenn genuag Zeit bleibt, eine ganze Nacht hier auf dem Berggipfel zu verbringen und jede Stunde ein Foto in Richtung Sonne zu machen. Fügt man das Panaroama zusammen, kann man den Lauf der Sonne während eines Tages darstellen. Nachdem wir uns an dem Rundumblick sattgesehen haben, wird die bis zu 40 Grad steile Westflanke unseres namenlosen Gipfels mit den vielleicht ersten Schispuren jemals versehen. Zu unserer Überraschung hat sich der Schnee hier schon etwas gesetzt, ist aber immer noch perfekt zum schifahren. Um 23h Uhr kommen wir ausgehungert auf der Station an und freuen uns über einen herrlichen Rindsbraten von Charlotte, bevor wir uns totmüde in die Feder hauen.
Den nächsten Tag werden wir für einige Laborarbeiten und Vorbereitungen für die nächsten Messungen an der Station verbringen, bevor es mit den GPR-Eisdickenmessungen am ‘Freya’-Gletscher weitergeht.
AGRT ‘Zackenberg 2008′ 

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