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Kollegium Kalksburg – am Sonnblick Observatorium

Am 10. September marschierten bzw. kletterten eine Kleingruppe bestehend aus Thomas, Markus, Lukas, Fabian und Florian gemeinsam mit Hermann und Bernhard auf den Gipfel des Hohen Sonnblicks (3106m), um das Sonnblick-Observatorium zu besichtigen. Der Weg von der Neubauhütte auf den Hohen Sonnblick frührte uns zuerst auf die relativ kleine Rojacherhütte (ca. 2700m) und ab da ging es dann steil bergauf am Ostgrat in Richtung Gipfel.

Dabei mussten wir meistens klettern und uns dabei mit dem Seil sichern. Für den Anstieg von ca. 900 Höhenmetern zum Gipfel brauchten wir ca. 4 Stunden.

Direkt am Gipfel steht neben der Alpenvereinshütte Zittelhaus und dem historischen Observatorium aus Stein das neue Observatorium, dass sogar über eine eigene Seilbahn verfügt. Am Observatorium sind immer zwei Wetterbeobachter, deren Aufgabe es ist, Messungen durchzuführen und die Messgeräte zu warten.

In einer Führung durch das Observatorium wurden uns von Bernhard die Messgeräte gezeigt und erklärt.

Ausserdem erfuhren wir, dass wegen des Auftauens des Permafrostboden am Sonnblickgipfel das ganze Observatorium hätte abstürzen können, da von dem Gipfel, auf dem es steht, in den letzten Jahren immer wieder große Felsteile abbrechen und in die Nordwand hinabstürzen. Daher hat man dicke Stahlseile, die den Berg zusammen halten, durch den Berg gebohrt und mit Betonankern so den Gipfel stabilisiert. Weil auf dem Sonnblick auch die Luftqualität gemessen wird, funktioniert die Stromversorgung nicht mit einem Dieselaggregat, sondern über eine Stromleitung von Kärnten bis zum Gipfel!

Am Observatorium befindet sich eine Wetterstation wie bei auf der Hohen Warte, die Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, und Niederschlag misst. Die Sonnenstrahlung wird mit einem Sternpyranometer gemessen, dieses Messgerätbesteht besteht aus weißen und schwarzen Metalldreiecken, die mit Thermoelementen gekoppelt sind, die die Thermospannung der unterschiedlichen weißen und schwarzen Metalldreiecke messen, die von der Strahlung abhängt.

Der Windgeber ist auf einem Mast in 20 m Höhe montiert. Die Windrichtung wird über eine Windfahne auf ein Präzisionspotentiometer (Drehwinkel 360 Grad) übertragen. Die Windgeschwindigkeit wird mittels Schalenanemometer erfasst, die Rotationsgeschwindigkeit des Anemometers wird elektronisch erfasst. Die verwendeten Luftdruckgeber basieren auf Barometerdosen, wobei der luftdruckabhängige Hub der Dose über induktive Methoden in elektrische Signale umgewandelt wird.

Die alten Messgeräte gibt es deshalb noch weil die Forscher seit 1886 Wetterdaten aufzeichneten. So gesehen – und das ist weltweit einzigartig –ergibt sich auf dem Sonnblick ein über 100 Jahre erstreckendes Klima-Bild.

Beim Abstieg vom Sonnblick erwischte uns kurz der Regen und wir kamen gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder bei der Neubauhütte an, wo der Wirt schon mit dem Essen auf uns wartete.


06. Oktober 2008, 16:43 Trackback-URL, RSS 2.0 für diesen Eintrag.

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