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MY LIFE – MY STYLE – MY FUTURE-Blog

Fotoalbum der Abschlussveranstaltung auf Facebook

Hier ein Link zu einem Fotoalbum mit vielen Bildern der Abschlussveranstaltung am 17.6.2010  auf der Facebook-Seite des Hub Vienna!

http://www.facebook.com/album.php?aid=181814&id=186020631831&ref=mf

Bericht über die Abschlussveranstaltung am 17.6.2010

In einem abwechslungsreichen Programm  wurden am 17.6.2010 im HUB Vienna die in intensiver Arbeit mit den und durch die SchülerInnen produzierten Outputs des Projekts präsentiert. Das Publikum –  SchülerInnen des BRG Marchettigasse und der AHS Rahlgasse, deren Eltern, aktiv beteiligte und interessierte LehrerInnen, eine Direktorin, die Leiterin des Sparkling Science Programms Céline Loibl sowie andere am Projekt beteiligten Personen – erschien zahlreich und quittierte die verschiedenen Beiträge mit begeistertem Applaus.

Innerhalb eines  Schuljahrs wurde viel neues Wissen und sozialwissenschaftliche Kenntnisse angeeignet, kreative Ideen entwickelt und umgesetzt und  Bewusstsein sowohl in Bezug auf den eigenen Lebensstil als auch die Relevanz von Nachhaltigkeit geschaffen.

Nach Begrüßungsworten von Anja Christanell des ÖIN stellte Céline Loibl das Sparkling Science Programm vor. Dann wurde es bunt: die Klasse 1C der AHS Rahlgasse zeigte die von ihnen kreierte Recycling-Mode in einer perfekt einstudierten Modeshow.

Ebenso versiert präsentierten SchülerInnen die Ergebnisse der Erforschung der Werthaltungen, der Konsumgewohnheiten und des Kommunikationsverhaltens der Jugendlichen der AHS Rahlgasse und des BRG Marchettigasse.  

In einer Filmpremiere zeigte der Schüler Valentin Lechner daraufhin dem Publikum einen spannenden von ihm gedrehten Kurzfilm, in dem Plastikflaschen zu Waffen werden und der auf problematische Aspekte des Konsums von Plastik aufmerksam machen will.

SchülerInnen des BRG Marchettigasse schilderten im nächsten Programmpunkt, wie die Befragung der Kameruner SchülerInnen in der Partnerschule des BRG Marchettigasse, dem Collège du Levant in Douala, organisiert wurde,  was ihnen dabei wichtig erschien und was sie über Kamerun gelernt haben. Mag. Ingeborg Mautner erzählte vom Kameruntag am BRG Marchettigasse.

Einer der bewegenden Höhepunkte des Abends war die Präsentation einer Diashow von Irma Pelikan vom ÖIN, die die vergangenen Projektphasen Revue passieren ließ und in der die herzliche, offene und intensive Zusammenarbeit im Projekt auch visuell erfassbar wurde.

Nun war es an der Zeit die kreativen Outputs der SchülerInnen her zu zeigen. Zwei Schüler stellten die von ihnen im Rahmen der Web 2.0-Workshops konzipierten und seit den Workshops immer wieder aktualisierten Blogs vor, in denen sie persönliche und schulische Erlebnisberichte und selbstverfasste Kurzgeschichten veröffentlichen sowie über Poetry Slams schreiben.  Auch die entworfenen T-Shirts wurden von den DesignerInnen selbst vorgestellt, die sowohl auf vergrößerten Fotos als auch „im Original“ zu bewundern waren. Jede/r DesignerIn gab ein kurzes Statement zu den gewählten Motiven ab – die Botschaften, die den SchülerInnen am Herzen lagen und die sie nach außen kommunizieren wollten, reichten von sozialen Themen wie Rassismus, Krieg, globaler sozialer Ungleichheit bis hin zu ökologischen Problemen wie Umweltverschmutzung und Genmanipulation.

Zum Abschluss bedankten sich die KoordinationslehrerInnen Bettina Girschick und Sabine Palli sowie SchülerInnen beider Schulen beim wissenschaftlichen Team und lobten vor allem die professionelle Organisation und die gute Zusammenarbeit im Projekt.

Bei einem feinen Bio-Buffet fand der Abend im angenehmen Ambiente des HUB Vienna einen schönen Ausklang.

Wir vom Team des Österreichischen Instituts für Nachhaltige Entwicklung bedanken uns herzlich bei Allen, die am Projekt beteiligt waren und sich eingebracht haben!

Abschlussveranstaltung des Projekts im HUB am Donnerstag, dem 17. Juni

Wir freuen uns Sie/euch zu unserer Abschlussveranstaltung unseres Projektes MY LIFE – MY STYLE – MY FUTURE einzuladen!

Wann: 17. Juni von 18 bis 20 Uhr

Wo: HUB Vienna, Lindengasse 56, Top1819, 1070 Wien

  • SchülerInnen stellen Erkenntnisse aus ihrer Forschungsarbeit zu jugendlichen Lebensstilen an ihrer Schule vor: Welche Einstellungen haben wir, was ist uns wichtig? Wie konsumieren und kommunizieren wir?
  • In einer Diashow geben wir Einblicke in die intensive Zusammenarbeit während des Projekts.
  • Creative Outcomes (selbst designte Logos, Motive, Blogs) der im Mai stattgefundenen Workshops zu nachhaltigem Design und Web 2.0 werden auf unkonventionelle Art undWeise präsentiert.
  • Sparkling Catwalk: Die Klasse 1C der AHS Rahlgasse zeigt neueste, selbst designte Recyclingmodelle!

Die Abschlussveranstaltung findet in einem Ambiente statt, in dem Menschen aus unterschiedlichen Feldern arbeiten, die mit ihrer Arbeit und ihren Projekten in sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bereichen etwas bewegen und verändern wollen und in dem die SchülerInnen in den letzten Wochen auch schon die Gelegenheit hatten kreativ zu arbeiten.

Wir freuen uns Sie/euch im HUB zu begrüßen!

Das Projekteam Anja Christanell, Irma Pelikan, Julia Krenmayr und Michaela Leitner

Infos zum Veranstaltungsort: http://www.the‐hub.net/

Erste Impressionen von unseren Workshops im HUB und einer Catwalk-Probe auf Schulbänken unter: http://picasaweb.google.at/anja.christanell/MyLifeMyStyleMyFutureSparklingPictures?feat=directlink

MY LIFE – MY STYLE – MY FUTURE

Vom FORSCHEN über WISSEN zum AKTIV WERDEN und KOMMUNIZIEREN 

Das Projekt MY LIFE – MY STYLE – MY FUTURE hält Rückschau auf drei abwechslungsreiche und intensive Projektphasen, in denen die SchülerInnen der Klasse 6A des BRG Marchettigasse und der Klasse 6D der AHS Rahlgasse gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Team des Österreichischen Instituts für nachhaltige Entwicklung geforscht haben.

FORSCHEN Der Einstieg in die Forschung war ein sehr explorativer: Das bedeutete keine langen Vorträge, zunächst auch keine Artikel zu jugendlichen Lebensstilen und zu Nachhaltigkeitsthemen schon gar nicht. Es ging nicht darum, welche Meinung sich Andere schon über Jugendliche und deren Lebensweisen gebildet haben: Die Jugendlichen erforschten selbst ihren Lebensalltag: wie und was sie und MitschülerInnen tagtäglich konsumieren, wie sie kommunizieren und welche Wertvorstellungen sie haben. Forschungstagebücher wurden verfasst, Fragestellungen wurden entworfen und Formulierungen verworfen, Fragebögen entwickelt und diskutiert. In intensiver Arbeit wurden die Fragebögen an der gesamten Schule ausgeteilt, eingesammelt und die Daten eingegeben. Wenige Wochen später wurden Grundkenntnisse statischer Auswertungen erlernt und erste spontane Präsentationen erstellt.

Besonders spannend ist der Vergleich verschiedener Lebensstile und Werteinstellungen nicht nur zwischen verschiedenen Gruppen von österreichischen SchülerInnen, sondern in interkultureller Hinsicht. Aus diesem Grund wurde ein adaptierter Fragebogen nach Douala (Kamerun) und Osaka (Japan) geschickt. In welcher Hinsicht unterscheiden sich die Einstellungen und Lebensweisen afrikanischer und japanischer Jugendlicher von denen der österreichischen MitschülerInnen?

WISSEN Die SchülerInnen stellten sich Fragen wie: „Wie wirken unsere Lebensstile auf den Rest der Welt?“ Sie setzten sich über eigene Recherchen, Impulsfilme und -vorträge mit der Produktion von Kleidern, Handys und Computern auseinander. Besonders betroffen waren sie von den menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen von FabriksarbeiterInnen in asiatischen Ländern. Das eigene Wissen wurde in Nachrichten-Weltjournals und improvisierten Sketches präsentiert. Die Jugendlichen lernten durch Vorträge das Öko-Fairtrade-Label Göttin des Glücks, die Clean-Clothes-Kampagne und die Menschen, die dahinter stehen, kennen und erfuhren, dass sie selbst auch die Macht haben etwas zu verändern.  

                     

Beide Klassen haben sich auch in verschiedenen Unterrichtsfächern mit Lebensstilen von Jugendlichen in anderen Ländern (v.a. Kamerun, Japan, England, China) auseinandergesetzt – etwa im Rahmen eines „Kameruntags“ oder der Diskussion über in der Erhebung deutlich gewordene kulturelle Unterschiede anhand der Methode des „World Café“.   

KREATIV AKTIV WERDEN In neuer und unkonventioneller Umgebung, nämlich im HUB Vienna im 7. Bezirk, besuchten die SchülerInnen Workshops zu nachhaltigem Design und zum Umgang mit neuen Medien (Web 2.0). Durch die Erstellung von Blogs und T-Shirt-Motiven konnten die Jugendlichen ihren eigenen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit wählen und sich dabei ihrer eigenen Symbole, Bilder und Sprache bedienen.

 „Wir finden es sehr erschreckend, dass sich alles um facebook.com dreht. Diese Plattform bestimmt das Leben vieler Jugendlicher (…). Was für uns sehr interessant war, waren die Informationen, die wir über den Schutz unserer persönlichen Daten im Netz bekommen haben. Es ist sehr beängstigend, dass man so leicht ausgetrickst werden kann und wie kompliziert es ist sich ausreichend zu schützen.“ (zwei SchülerInnen der Klasse 6D) 

KOMMUNIZIEREN Einige SchülerInnen aus beiden Klassen ergriffen am 4. Mai 2010 die Gelegenheit die von ihnen erhobenen wissenschaftlichen Erkenntnisse auch innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft vorzustellen, nämlich im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Wirtschaftsuniversität Wien. Zur Vorbereitung erlernten die SchülerInnen in einem zweitägigen Seminar Rhetorik- und Präsentationstechniken.

„Bei dem Vergleich der Ergebnisse der beiden Schulen stellten wir fest, dass die zwei Schulen sehr unterschiedlich sind und die Ergebnisse zum Teil genau gegensätzlich sind. Alles in allem war bei der Präsentation ein gutes Klima und speziell die Fragen der Studenten waren interessant, da sie es uns ermöglichten unser Wissen an Leute weiter zu geben, die älter sind als wir.“ (Schüler der Klasse 6A)

Die Klasse 6D der AHS Rahlgasse hat ihre Ergebnisse zudem Ende Mai interessierten SchülerInnen ihrer Schule präsentiert und diese mit ihnen diskutiert.

Das große Finale findet am 17. Juni im Ambiente des HUB Vienna statt. Die teilnehmenden LehrerInnen, Eltern, DirektorInnen, SchülerInnen, WorkshopleiterInnen, das wissenschaftliche Team sowie die ebenfalls eingeladenen Mitglieder des HUB erwartet ein abwechslungsreicher Abend mit Projektpräsentationen, Foto- und Modeshow.

„Ich fand es ziemlich gut, da wir sehr viele interessante Sachen gemacht haben, die mir teilweise im Leben weiterhelfen können, ich fand es auch schön, dass ein paar Fragen von uns beantwortet wurden, was mir gezeigt hat, dass sie sich für uns interessieren, und nicht nur für das, was wir tun. Was mir nicht so gut gefallen hat, war, dass wir selber so viel machen mussten ;) , aber es war nicht so schlimm, weil sonst wäre es ja kein richtiges Projekt gewesen, hätten wir nichts selber gemacht.“ (Schüler der Klasse 6A)

Eintauchen in afrikanische Lebenswirklichkeiten: Befragung afrikanischer SchülerInnen und Kameruntag

Lebenswirklichkeiten und Lebensstile europäischer & afrikanischer Jugendlicher vergleichen? Das klingt nach einer interessanten Herausforderung …

Text von Mag. Ingeborg Mautner, BRG 6 Marchettigasse, Wien

 In Form einer vergleichenden Kontraststudie zwischen dem BRG Marchettigasse in Wien und dem Collège du Levant in Douala erforschen Schüler/innen und Lehrer/innen der 6A gemeinsam mit Forscher/innen des Österreichischen Instituts für Nachhaltige Entwicklung exemplarisch eigene und fremde Lebensrealitäten, um diese in Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit zu überprüfen. Fragebögen werden erstellt, ins Französische übersetzt und von der Fondation AfricAvenir International in Douala für den gesellschaftlichen Kontext in Kamerun adaptiert. Die Fragebögen werden persönlich an die Schüler/innen der Abiturklasse unserer Partnerschule in Douala übergeben. Interessante Fragestellungen kommen zurück:

Comment vivez-vous en Autriche ? Quel genre de problèmes rencontrez-vous ? Que pensez-vous de l’école en Autriche ? Qu’est-ce qu’ils pensent de leur pays concernant les étrangers ? Quelle valeur défendent-ils le plus (l’amour, l’intégrité…) ? Qu’est-ce que vous faites pendant vos sorties du week-end avec vos ami(e)s ? Pourquoi certains d’entre vous aiment fumer la cigarette ? Que pensez-vous des rapports sexuels avant le mariage ? Voudrais-tu avoir un ami Camerounais ? Peux-tu donner ta vie au seigneur Jésus-Christ ? Est-ce que vous aimez le football ?

Etwa 100 Fragen afrikanischer Jugendlicher und junger Erwachsener im Alter von 15 bis 27 Jahren warten auf Antwort! Thematisch gruppiert werden sie von den Schüler/innen der 6A (15–20 Jahre) in Rahmen des Französischunterrichts ins Deutsche übersetzt. Doch was geschieht nun?

Dem Wunsch der 6A nach einem projektorientierten Geographietag wird nachgegeben und ein Kameruntag veranstaltet. Besser gesagt: ein Nachmittag, ein Abend und ein Vormittag. Die Auflösung des regulären Unterrichts für zehn Stunden gibt den Schüler/innen Zeit und Raum, sich auf Neues einzulassen. Yellow Card, ein Film von John Riber, Simbabwe, 2001, lässt sie sympathisch und authentisch in die afrikanische Welt eintauchen, Afrika erleben! Sie lernen in Form einer Dilemmageschichte den Lebensstil afrikanischer Jugendlicher kennen: Die Thematik der Talentsuche und Karrierehoffnung im Fußballsport in Dritte Welt-Ländern wird ebenso angesprochen wie erste Liebe, Aids, frühe Schwangerschaft und plötzliche Vaterrolle. Der Film berührt die Schüler/innen auf subtile Art in den eigenen Lebensrealitäten und Gefühlen und repräsentiert mit seiner für europäische Vorstellungen überraschenden Wendung authentisch afrikanisches Lebensgefühl und Werteorientierung. Spekulationen über den möglichen Ausgang der Handlung werden beim anschließenden gemeinsamen afrikanischen Essen im elterlichen Restaurant eines sudanesischen Schülers in passendem Ambiente ausgetauscht und ausführlich diskutiert: Afrika riechen, schmecken, spüren! Man palavert nicht nur über den Film, sondern auch über unterschiedliche Tischsitten und Auffassungen von Gastfreundschaft in anderen Kulturen. Interkultureller Dialog in der 6A!

 

Nun wollen die Schüler/innen mehr über afrikanische Lebenswirklichkeiten erfahren, bevor sie die Fragen der Jugendlichen aus unserer Partnerschule, dem Collège du Levant in Douala, beantworten. Mit großem Interesse partizipieren die Jugendlichen an einer interdisziplinären, multimedialen, interaktiven Präsentation, um tiefer in die afrikanische Welt einzutauchen und sich besser in die afrikanischen Fragenden hineindenken und -fühlen zu können. Natürlich entsteht dabei ein Afrikabild aus der Sicht der Vortragenden! Dies zu bedenken wird immer wieder betont: Weltsicht und Weltbild entstehen durch persönliche Wahrnehmung, und diese ist letztendlich immer subjektiv und selektiv! So fließen in diesen Vortrag Erfahrungen aus mehreren Kamerun- und Beninreisen ein, ergänzt um geographisch-historisches Wissen und weltoffene Haltung: Flug und Ankunft in Douala & Kolonialismus, Yaoundé & VR China in Afrika, Kribi & Rohstoffe für den Weltmarkt (Erdöl, Edelhölzer), Limbe & zweithöchste Niederschlagsmenge der Welt & Plantagenwirtschaft, Kirchen & afrikanische Spiritualität. Die Schüler/innen sollen Schritt für Schritt mehr und mehr afrikaspezifische Probleme erkennen und immer tiefer in die Besonderheiten der afrikanischen Welt eintauchen können.

Um eine multiperspektivische Sichtweise – in diesem Fall: Europa & Afrika – zu fördern, lesen einige Schüler/innen Texte des kamerunischen Schriftstellers und Universitätsprofessors Prince Kum’a Ndumbe III. vor, wie zum Beispiel „Brief aus Douala“, „Identitäten zwischen den Welten“, „Brief an meinen Sohn Khéops“, „Was uns die Chinesen zeigen“. Sie vermitteln dadurch die authentische afrikanische Weltsicht original deutsch – ohne Übersetzungsfilter! Dichtung afrikanischer Völker, eindringlich vorgetragen von Klaus Kinski, klagt das harte Joch der Kolonialzeit an oder gibt Einblick in die afrikanische Spiritualität, wie zum Beispiel in den Texten „Die Tamtams klopfen nicht mehr“, „Die Zeit der Qualen“, „Der Hauch der Ahnen“. Daneben laden Wandzeitungen, Zeitschriften, Bücher, kamerunische Zeitungen, geographische und historische Lexika, Atlanten und Wandkarten zur vertiefenden Beschäftigung mit Afrika ein!

Warum wird dieser Global Approach, diese umfassende Herangehensweise, gewählt? Weil sie am ehesten der afrikanischen Lebenswirklichkeit entspricht. Alles fließt ineinander! Alles ist Teil des Ganzen! Auch das Collège du Levant in Bonabéri/Douala und die vielen Fragen der afrikanischen Abiturienten! Thematisch gruppiert werden sie nach der Methode des World Café in Kleingruppen bearbeitet. So hat jede/r die Möglichkeit, ihre/seine Meinung zu äußern und von anderen Meinungen zu lernen. Dieser Impuls von außen regt ganz natürlich interessante Diskussionen über unterschiedliche Werte und Vorstellungen bei verschiedenen Kulturen und Religionen an unserer Schule an. So spiegelt zum Beispiel der umfangreiche Themenkomplex „Werte und Religion“, der in den Fragebögen unserer Schüler/innen überhaupt nicht vorgekommen ist, eine andere Lebenswirklichkeit afrikanischer Jugendlicher wider. Die Jugend in Kamerun, hier repräsentiert durch die Schüler/innen unserer Partnerschule, nimmt nämlich sehr aktiv am spirituellen und religiösen Leben in der Gemeinschaft teil! Bei uns allerdings mehren sich Schüler/innen ohne religiöse Bekenntnisse. Zu Freundschaft und Sexualität wird sehr direkt gefragt und in der 6A sehr offen diskutiert und beantwortet, wobei unterschiedliche Ansichten in der Klasse respektiert werden. Weiters wollten die Jugendlichen mehr über Lebensstil und Schule in Österreich, Politik, Welt, Fremde und Rassismus sowie Fußball wissen. Fragen und Antworten wechseln einige Male die Sprache vom Französischen ins Deutsche und wieder zurück, wodurch die Schüler/innen gleich die Schwierigkeit sinngetreuen Übersetzens, selbst bei so einfachen Anforderungen, erkennen können. Via E-Mail werden einige Schüler/innen auch weiterhin in Fremdsprachen kommunizieren und ihre Erfahrungen über unterschiedliche Lebensstile austauschen. Das hält die Schulpartnerschaft zwischen Europa & Afrika lebendig!

 

In einer abschließenden Reflexionsrunde wird deutlich, dass das herrschende Afrika-Klischee bei einigen Schüler/innen etwas aufgeweicht wurde und ihre Sicht auf den afrikanischen Kontinent differenzierter geworden ist. Ebenso ist eine nachhaltige Diskussion unter den Schüler/innen der 6A über mögliche andere Lebensstile initiiert. Bezug nehmend auf den Film „Yellow Card“ meint eine Schüler/in, dass das Leben dort viel besser sei als bei uns … mit Problemen in der Familie wird anders umgegangen … Ja, vielleicht können wir von Afrika mehr lernen, als wir glauben!

Die Schüler/innen bedanken sich ausdrücklich für diesen interessanten Tag, so sollte Schule öfter sein!

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