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MY LIFE – MY STYLE – MY FUTURE

Vom FORSCHEN über WISSEN zum AKTIV WERDEN und KOMMUNIZIEREN 

Das Projekt MY LIFE – MY STYLE – MY FUTURE hält Rückschau auf drei abwechslungsreiche und intensive Projektphasen, in denen die SchülerInnen der Klasse 6A des BRG Marchettigasse und der Klasse 6D der AHS Rahlgasse gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Team des Österreichischen Instituts für nachhaltige Entwicklung geforscht haben.

FORSCHEN Der Einstieg in die Forschung war ein sehr explorativer: Das bedeutete keine langen Vorträge, zunächst auch keine Artikel zu jugendlichen Lebensstilen und zu Nachhaltigkeitsthemen schon gar nicht. Es ging nicht darum, welche Meinung sich Andere schon über Jugendliche und deren Lebensweisen gebildet haben: Die Jugendlichen erforschten selbst ihren Lebensalltag: wie und was sie und MitschülerInnen tagtäglich konsumieren, wie sie kommunizieren und welche Wertvorstellungen sie haben. Forschungstagebücher wurden verfasst, Fragestellungen wurden entworfen und Formulierungen verworfen, Fragebögen entwickelt und diskutiert. In intensiver Arbeit wurden die Fragebögen an der gesamten Schule ausgeteilt, eingesammelt und die Daten eingegeben. Wenige Wochen später wurden Grundkenntnisse statischer Auswertungen erlernt und erste spontane Präsentationen erstellt.

Besonders spannend ist der Vergleich verschiedener Lebensstile und Werteinstellungen nicht nur zwischen verschiedenen Gruppen von österreichischen SchülerInnen, sondern in interkultureller Hinsicht. Aus diesem Grund wurde ein adaptierter Fragebogen nach Douala (Kamerun) und Osaka (Japan) geschickt. In welcher Hinsicht unterscheiden sich die Einstellungen und Lebensweisen afrikanischer und japanischer Jugendlicher von denen der österreichischen MitschülerInnen?

WISSEN Die SchülerInnen stellten sich Fragen wie: „Wie wirken unsere Lebensstile auf den Rest der Welt?“ Sie setzten sich über eigene Recherchen, Impulsfilme und -vorträge mit der Produktion von Kleidern, Handys und Computern auseinander. Besonders betroffen waren sie von den menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen von FabriksarbeiterInnen in asiatischen Ländern. Das eigene Wissen wurde in Nachrichten-Weltjournals und improvisierten Sketches präsentiert. Die Jugendlichen lernten durch Vorträge das Öko-Fairtrade-Label Göttin des Glücks, die Clean-Clothes-Kampagne und die Menschen, die dahinter stehen, kennen und erfuhren, dass sie selbst auch die Macht haben etwas zu verändern.  

                     

Beide Klassen haben sich auch in verschiedenen Unterrichtsfächern mit Lebensstilen von Jugendlichen in anderen Ländern (v.a. Kamerun, Japan, England, China) auseinandergesetzt – etwa im Rahmen eines „Kameruntags“ oder der Diskussion über in der Erhebung deutlich gewordene kulturelle Unterschiede anhand der Methode des „World Café“.   

KREATIV AKTIV WERDEN In neuer und unkonventioneller Umgebung, nämlich im HUB Vienna im 7. Bezirk, besuchten die SchülerInnen Workshops zu nachhaltigem Design und zum Umgang mit neuen Medien (Web 2.0). Durch die Erstellung von Blogs und T-Shirt-Motiven konnten die Jugendlichen ihren eigenen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit wählen und sich dabei ihrer eigenen Symbole, Bilder und Sprache bedienen.

 „Wir finden es sehr erschreckend, dass sich alles um facebook.com dreht. Diese Plattform bestimmt das Leben vieler Jugendlicher (…). Was für uns sehr interessant war, waren die Informationen, die wir über den Schutz unserer persönlichen Daten im Netz bekommen haben. Es ist sehr beängstigend, dass man so leicht ausgetrickst werden kann und wie kompliziert es ist sich ausreichend zu schützen.“ (zwei SchülerInnen der Klasse 6D) 

KOMMUNIZIEREN Einige SchülerInnen aus beiden Klassen ergriffen am 4. Mai 2010 die Gelegenheit die von ihnen erhobenen wissenschaftlichen Erkenntnisse auch innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft vorzustellen, nämlich im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Wirtschaftsuniversität Wien. Zur Vorbereitung erlernten die SchülerInnen in einem zweitägigen Seminar Rhetorik- und Präsentationstechniken.

„Bei dem Vergleich der Ergebnisse der beiden Schulen stellten wir fest, dass die zwei Schulen sehr unterschiedlich sind und die Ergebnisse zum Teil genau gegensätzlich sind. Alles in allem war bei der Präsentation ein gutes Klima und speziell die Fragen der Studenten waren interessant, da sie es uns ermöglichten unser Wissen an Leute weiter zu geben, die älter sind als wir.“ (Schüler der Klasse 6A)

Die Klasse 6D der AHS Rahlgasse hat ihre Ergebnisse zudem Ende Mai interessierten SchülerInnen ihrer Schule präsentiert und diese mit ihnen diskutiert.

Das große Finale findet am 17. Juni im Ambiente des HUB Vienna statt. Die teilnehmenden LehrerInnen, Eltern, DirektorInnen, SchülerInnen, WorkshopleiterInnen, das wissenschaftliche Team sowie die ebenfalls eingeladenen Mitglieder des HUB erwartet ein abwechslungsreicher Abend mit Projektpräsentationen, Foto- und Modeshow.

„Ich fand es ziemlich gut, da wir sehr viele interessante Sachen gemacht haben, die mir teilweise im Leben weiterhelfen können, ich fand es auch schön, dass ein paar Fragen von uns beantwortet wurden, was mir gezeigt hat, dass sie sich für uns interessieren, und nicht nur für das, was wir tun. Was mir nicht so gut gefallen hat, war, dass wir selber so viel machen mussten ;) , aber es war nicht so schlimm, weil sonst wäre es ja kein richtiges Projekt gewesen, hätten wir nichts selber gemacht.“ (Schüler der Klasse 6A)

16. Juni 2010, 17:45 Trackback-URL, RSS 2.0 für diesen Eintrag.

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