Die genetische Landkarte der Haut

Die genetische Landkarte der gesunden menschlichen Haut

Die menschliche Haut ist ein komplexes Organ, das aus vielen verschiedenen Zelltypen aufgebaut ist. Diese Zellen interagieren miteinander, um die Homöostase im Gewebe aufrecht zu erhalten. Gibt es Störungen der Zellwechselwirkungen, kann das zum Entstehen von Hauterkrankungen führen. Um solche Interaktionen zwischen den einzelnen Zelltypen besser charakterisieren zu können, werden wir im Labor die wichtigsten Zelltypen aus der gesunden Haut isolieren, alle zu diesem Zeitpunkt transkribierten Gene (=Transkriptom) mittels Gen-Chip Analysen bestimmen und diese Gendaten mit verschiedenen bioinformatischen Methoden weiter analysieren.

Ein wesentliches Ziel dieses Projektes ist es, die Fülle an Daten, die durch Gen-Chip Analysen generiert werden, auf einfache und übersichtliche Art und Weise darzustellen. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Expertise einbringen und ein neues Computerprogramm entwickeln, das die Daten vom Gen-Chip mit einer Vektorgrafik der Haut verknüpft. Um die Nutzerinnen- und Nutzerfreundlichkeit der Software evaluieren zu können, ist zu Projektende eine Nutzerinnen- und Nutzerberfragung durch die beteiligten Jugendlichen an der Medizinischen Universität Wien geplant. Dadurch können Schwachstellen der Software identifiziert und verbessert werden. Die neue Software soll im Sinne des Open Access für Forschende frei zugänglich und nutzbar sein.

Durch dieses Projekt lernen die Schülerinnen und Schüler neue Anwendungsbereiche der Informatik im Gesundheits- und Wissenschaftsbereich kennen, die ansonsten an der Schule weniger stark oder gar nicht behandelt werden. Des Weiteren bekommen sie durch dieses Projekt wichtige Einblicke in die berufliche Praxis und in die Arbeit in einem wissenschaftlichen Labor. Außerdem wird den Schülerinnen und Schülern das Feld der Bioinformatik, das an der Schule nicht im Vordergrund steht, aber für sie ein zukünftiges Studien- und Berufsfeld sein kann, nähergebracht. Es werden spannende technische Herausforderungen auf die Jugendlichen zukommen, die sie auch im Rahmen von Diplomarbeitsprojekten an der Schule weiter bearbeiten können.