Das Jahr der Graugänse

Saisonale Verhaltensunterschiede bei männlichen und weiblichen Graugänsen (Anser anser) unterschiedlicher sozialer Kategorien

Schüler/innen der VS Grünau im Almtal haben bei der langjährigen Datenerhebung der Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie (KLF) sowie einem kleinen Forschungsprojekt mitgewirkt.

Die KLF wurde 1973 von Konrad Lorenz gegründet und widmet sich der Komplexität sozialer Systeme und kognitiven Leistungsfähigkeiten von Graugänsen und anderen Vogelarten. Die Schar zählt derzeit 160 individuell markierte Graugänse (Anser anser). Durch die Präsenz der KLF bietet sich den Grünauer Kindern eine weltweit einzigartige Möglichkeit, wissenschaftlich mit frei lebenden und gleichzeitig menschenvertrauten Tieren zu arbeiten.

Das Projekt bestand aus 3 Teilen:

  1. Graugänse kennenlernen. Das erfolgte an Hand der bestehenden „Gänseliste“ und durch farbige Abbildungen, welche den Kindern das Erlernen des bestehenden Beringungssystems erleichterte und ihnen gleichzeitig erlaubte, die Anwesenheit der einzelnen Graugänse regelmäßig zu kontrollieren. Die Schüler/innen haben diese normalerweise vom Personal der Forschungsstelle durchgeführte Aufgabe zum Teil übernommen. Dieser war einer der wichtigsten Datensätze der KLF, welcher die Entwicklung der Grünauer Grauganspopulation dokumentierte.

  2. Ethogramm der Graugans. Dies diente als Vorbereitung zum Forschungsprojekt und erlaubte verschiedene Verhaltensweisen zu definieren und zu erkennen. Wiederum wurde den Kindern mit Bildern geholfen.

  3. Forschungsprojekt. Den Kindern wurden Fokustiere zugewiesen, deren Verhalten protokolliert werden sollte. Als Fokustiere dienten insgesamt 42 Männchen und Weibchen verschiedener sozialer Gruppen (wie z. B. Paare, Familien, Unverpaarte, Jungtiere). Folgende Verhaltenskategorien wurden protokolliert: Aggressionsverhalten in verschiedenen Intensitäten, Sichern bzw. Imponierverhalten, Paarbindungsverhalten, Nahrungsaufnahme, Komfortverhalten und Ruheverhalten. Frequenz und Dauer des Verhaltens wurden als messbare Parameter in 10-minütigen Beobachtungsprotokollen aufgenommen. Um saisonale Unterschiede zu finden, wurden Daten über folgende Zeiträume genommen: Herbst (Okt.-Nov.), Winter (Dez.-Feb.), Frühling (März-Mai), Sommer (Juni-Juli).

Die Ergebnisse wurden sowohl kindergerecht durch eine Ausstellung in der Schule als auch wissenschaftlich (Kongressbesuch, Publikation) veröffentlicht.

Text: Projektleitung

Dieses Projekt ist bereits abgeschlossen.

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