Migration(en) im Schulbuch
Eine kritische Analyse von Schüler/innen, Lehrer/innen und Wissenschafter/innen
Im Zentrum des Projekts „Migration(en) im Schulbuch“ steht die Erfassung und kritische Analyse der in aktuellen österreichischen Schulbüchern vermittelten Migrationsnarrative und Repräsentationen von „Menschen mit Migrationshintergrund“. Welche österreichischen und europäischen Migrationsgeschichten werden in den Schulbüchern tradiert, welche werden marginalisiert oder „vergessen“? Auf welche Weise werden „Menschen mit Migrationshintergrund“ dargestellt? Dies sind einige der inhaltlichen Fragen, denen im Rahmen des Projektes nachgegangen wird. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschafter/innen, Lehrer/innen und Schüler/innen wird darüber hinaus ein besonders innovativer Beitrag zur Schulbuchforschung geleistet. Die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Migration, die von Schüler/innen und Lehrer/innen eingebracht werden, sowie ihr Expert/innenwissen im Umgang mit Schulbüchern reduzieren die Gefahr des einseitigen Wissenschafter/innenblicks und können methodisch und analytisch nutzbar gemacht werden.
Im Rahmen von Workshops in acht Klassen (HS, AHS, HTL bzw. HAK) an zwei Standorten in Österreich analysieren Schüler/innen – angeleitet von und moderiert durch die Wissenschafter/innen – ihre eigenen Schulbücher. In Kleingruppen werden Text- und Bildanalysen durchgeführt, deren Ergebnisse in anschließenden Gruppendiskussionen reflektiert werden. Die Resultate werden mit den Analyse-Ergebnissen der Wissenschafter/innen kontrastiert und zusammengeführt. Die Analyse orientiert sich an einer von Projektmitarbeiter/innen bereits erprobten Methodentriangulation bestehend aus qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring 2007), Kritischer Diskursanalyse (Jäger 2009) und der Text-/Kontextanalyse (Hornscheidt/Göttel 2004). Die Methode wird für das Projekt so weiterentwickelt, dass Schüler/innen und Lehrer/innen damit selbstständig Schulbücher und andere Medien analysieren können.
Text: Projektleitung

