Biodiversität der Elritzen Österreichs

Kleine Fische ganz groß – Biodiversität der Elritzen

Elritzen (Phoxinus spp.) sind kleine Schwarmfische, die kalte, sauerstoffreiche fließende und stehende Gewässer bewohnen. Über ein Jahrhundert lang wurde angenommen, dass in Europa nur eine einzige weit verbreitete Art, die Europäische Elritze, vorkommt. Heute aber ist klar, dass es sich bei „Elritzen" um einen Artenkomplex handelt, der aktuell 23 genetische Linien, davon 13 gültige Arten, umfasst. Auch in Österreich lebt nicht nur eine Elritzenart,  wenigstens vier Arten sind in österreichischen Gewässern zu finden, drei wahrscheinlich natürlich vorkommend und eine eingeschleppt. Die heimischen Arten sind nicht nur durch das Einbringen standortfremder Verwandter gefährdet, sondern auch durch eine Reihe von Umweltveränderungen, wobei für diese kälteliebenden Fische besonders der Klimawandel große Bedeutung hat.

Um Elritzen in Österreich nachhaltig zu schützen, müssen wir wissen, wo welche Arten vorkommen und wo ursprünglich heimische Populationen erhalten geblieben sind. Beim Projekt Biodiversität der Elritzen wird ein Projektteam zusammengesetzt aus Wissenschaftler/innen des Naturhistorisches Museum Wien, des Forschungsinstituts Mondsee und erfahrenen Vermittler/innen mit zwei beteiligten Citizen-Scientist-Gruppen, Schüler/innen und Sportfischer/innen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Verbreitung und Vielfalt von Elritzen in Österreich gewinnen. Wie viele und welche Arten leben in Österreich? Kommen sie in einem Gebiet natürlich vor oder wurden sie eingeschleppt? Lässt ihre Verbreitung Rückschlüsse auf ihre ökologischen Ansprüche zu?

Neben dem wissenschaftlichen Forschungsziel stehen Ziele im Bereich der Bildung im Fokus des Projekts. Schüler/innen werden mit allen Aspekten eines Forschungsprozesses in Berührung kommen, vom Sammeln der Fische über die Probennahme, Erhebung physikalischer und chemischer Parameter der Untersuchungsstelle bis zur Laborarbeit  zur genetischen Auswertung. Der ganze Prozess sollte das Interesse für Naturwissenschaft ebenso wie das Bewusstsein für Arten- und Umweltschutz fördern. Lehrerkräfte können Methoden und Erfahrungen in den Lehrprozess übernehmen und auch bei anderen Fragestellungen in Zukunft nutzen. Sportfischer/innen können aktiv an einem für sie relevanten Projekt teilhaben, „ihr Gewässer“ aus einer neuen Perspektive kennen lernen und Ergebnisse auf Augenhöhe mit den Forscher/innen diskutieren.